Richard Pietzsch Landschafts-Gemälde

Richard Pietzsch
Ölgemälde: Landschaftsbilder, Stadtbilder, Stilleben

Verkaufskatalog der Gemälde
mit Biographie, Literatur und Ausstellungsliste

Richard Pietzsch Galerie von Abercron

Richard Pietzsch:
Zeichnungen aus Italien und Deutschland, 1905-1940


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Isarwinkel Kunst

Richard Pietzsch
Zeichnungen aus Bad Tölz, Gaißach und dem Isar-Tal

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Richard Pietzsch Landschaftsbilder Schweden

Richard Pietzsch
Landschaftsbilder aus Schweden

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Richard Pietzsch

Maler und Zeichner des deutschen Impressionismus

geboren 23. März 1872 in Dresden
gestorben

28. Januar 1960 in München

1891-1894 Studium der Malerei an der Kunstakademie Dresden bei Friedrich Preller d.J. und Leon Pohle.
1894-1896 Wechsel an die Münchner Akademie. Studium bei Paul Höcker, Johann Leonhard Raab und ab 1895 bei Franz von Stuck, u.a. gemeinsam mit Eugen Spiro. Bekanntschaft mit den späteren Malern der "Scholle" und der "Jugend"
1897-1905

als freiberuflicher Maler mit Atelier in München-Schwabing tätig. Kontakt zu Otto Ubbelohde, Rudolf Wilke und Bruno Paul.
1899 Sonder-Ausstellung im Octogon-Saal des Ausstellungsgebäudes der Münchner Sezession
Bis 1900 Sommer-Aufenthalte im eigenem Atelier in Holzhausen am Ammersee. Veröffentlichungen in der "Jugend" und der "Kunst"
Ausstellungsbeteiligung an der Berliner Sezession dank einer Empfehlung Max Liebermanns und Walter Leistikows (1899)
Mitglied der Münchner Sezession, regelmäßige Beteiligung an deren Ausstellungen.
Reisen durch Oberbayern und Tirol, 1903 nach Italien und ab 1904 nach Schweden

1906

Heirat mit der schwedischen Malerin Fanny Westberg (1874-1958)
als Stipendiat des Deutschen Künstlerbunds in der Villa Romana in Florenz (April bis Silvester)

1907 Aufenthalt auf Korsika (Ajaccio)
im Frühsommer Rückkehr nach München, in Grünwald (Isartal), später in Icking und Wolfratshausen ansässig. 1907-1909 Lehrer der Landschaftsklasse an der Damen-Akademie des Künstlerinnen-Vereins München. 1913 Umzug nach München-Thalkirchen
1908-1915

regelmäßige Reisen durch Oberbayern für Freilicht-Gemälde
Beteiligung an Ausstellungen in München, Dresden, Leipzig,
Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg, Prag, Stockholm und der Biennale von Venedig (zwischen 1905-1926)
Museumsankäufe u.a. durch die Neue Pinakothek München,
die Gemäldegalerie Neuer Meister Dresden und das Städel Frankfurt
1913 Ernennung zum Titular-Professor der Bayerischen Akademie der Bildenden Künste.

1915-1916 Aufenthalt in Nordfrankreich (Laon)
Einfluss der französischen und belgischen Impressionisten
1916-1930

ansässig in Bad Tölz
Landschaftsgemälde aus dem Isartal und Oberbayern,
Malreisen an Altmühl und Inn, den Rhein, nach Österreich,
Mitteldeutschland, Berlin und nach Schweden

1925 Ehrenmitglied der Akademie der Bildenden Künste München.

1930-1944

Umzug nach München ins Asam-Schlößll,
von der Stadt München dem Künstler als Atelier und freier Wohnsitz auf Lebenszeit zugesprochen
Gemälde und Zeichnungen aus dem Isartal, dem Münchner Stadtleben,
Interieurs und Stilleben

1944-1951 Zerstörung des Asam-Schlößls bei einem Bombenangriff.
Übersiedlung in ein Not-Atelier nach Beuerberg
1952

Rückkehr nach München. Bis 1960 Beteiligung an den Großen Kunstausstellungen im Haus der Kunst
Juni 1953 Ehrengabe der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

1960 nach langer Krankheit Tod am 28. Januar in München
  Der Nachlaßbestand an Gemälden, Zeichnungen und Aquarellen wird betreut von der Galerie von Abercron, München
 
 
 
Werke in Museen und öffentlichen Sammlungen (Auswahl):
Gemeinde Anger

Schloßmuseum Bernburg

Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Gemäldegalerie Neuer Meister

Villa Romana, Florenz

Städel-Museum, Frankfurt

Gemeinde Grünwald

Stadtarchiv Halle/Saale

Gemeinde Icking

Bayerisches Armeemuseum, Ingolstadt

Allgäu-Museum, Kempten

Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen

Neue Pinakothek, München

Secessions-Galerie, München

Stadtmuseum München

Städtische Galerie im Lenbach-Haus, München
Deutsches Theatermuseum, München
Evangelischer Landeskirchenrat, München
Ministerium für Umwelt und Forsten, München
Oberhaus-Museum, Passau
Museum Polling
Gemeinde Pullach i. Isartal
Historisches Museum Regensburg
Inn-Museum Rosenheim
Stadtarchiv Rosenheim
Gemeinde Seeon-Seebruck
Stadt-Museum Bad Tölz
Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen
Walchensee-Museum Urfeld, Friedhelm-Oriwol-Stiftung

Museum der Stadt Wolfratshausen

 

Literatur und Ausstellungs-Kataloge:

Volker Duvigneau: Münchener Stadtbilderbuch. Ansichten aus drei Jahrhunderten. Hrg. im Auftrag des Münchner Stadtmuseums, München/Berlin 1999
Thomas Föhl, Gerda Wendermann: Ein Arkadien der Moderne? 100 Jahre Künstlerhaus Villa Romana in Florenz; eine Ausstellung des Villa Romana e.V. in Kooperation mit der Klassik Stiftung Weimar und der Deutsche Bank Stiftung, Berlin 2005
Angela Heilmann: Die Münchner Akademie um 1900. Franz von Stuck und seine Schüler. Max Ackermann, Fritz Arlt, Ludwig Kirschner, Richard Pietzsch, Hans Purrmann, Eugen Spiro, Bernhard Wenig, Fritz Wimmer. Langenargen 2014
Hans Kießling: Malerei heute. Münchner Kunstszene 1953-1978, München/Wien 1978
Horst G. Ludwig (Hrg.): Franz von Stuck und seine Schüler. Katalog zur Ausstellung in der Villa Stuck, München 1989
Horst G. Ludwig: Vom Blauen Reiter zu Frisch gestrichen. Malerei in München im 20. Jahrhundert, München 1997

Jochen Meister (Hrg.): Münchner Secession. Geschichte und Gegenwart, München 2007
Richard Pietzsch: Gemälde als Zeitgeschichte, Ausstellungskatalog der
Galerie von Abercron, Köln 1987
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Richard Pietzsch: Arbeiten auf Papier II, Ausstellungsktalog der
Galerie von Abercron, München 1992
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Katalog zur Gedächtnis-Ausstellung: Joseph Jaekel, Richard Pietzsch, Erich Seidel, Baukunst-Galerie des Gerling-Konzerns, Köln 1988
 

Werk: Gemälde und Zeichnungen des deutschen Impressionismus

Das Werk des Malers Richard Pietzsch umfasst Stilleben, Porträts, Stadtansichten vorwiegend aus München, sowie vor allem Landschaften. Er malte in Mitteldeutschland, im Rheinland, in Italien, Korsika, in Schweden und im bayerischen Oberland zwischen Alpenrand und Donau. Bekannt sind vor allem seine Landschafts-Gemälde aus dem Isartal, dessen Landschaften von Grünwald bis Lenggries er in verschiedenen Ansichten festhielt.
Richard Pietzschs Streben galt der Darstellung der „unverfälschten Natur“. Er mied daher die konventionellen landschaftlichen Höhepunkte, die schon zu seiner Zeit verbrauchten pièces de resistance der Münchner Schule. Freilichtmalerei war für ihn ein Gebot der künstlerischen Ehrlichkeit.
Pietzsch lernte „seine“ Landschaften, wie das Isartal, aber auch den Chiemgau, das Innviertel oder das Altmühltal, auf ausführlichen Streifzügen kennen, um dann alltägliche und zugleich charakteristische Motive darzustellen. Besonders zogen ihn Sujets an, an denen man den auch auf dem Land unverkennbaren technischen und sozialen Wandel ablesen konnte. Er hielt allmählich verschwindende Berufe und Tätigkeiten fest, wie das Flachsschlagen, die städtische Schafschur oder Steinmetze am Werkplatz, interessierte sich für landschaftstypische Gewerke und Kleinindustrie wie die „Glashütte Wolfratshausen“; begleitete aber auch als Maler-Chronist die Eroberung der Landschaft durch die Technik in Gemälden wie „Reichsautobahnbau am Seehamer See“, die „neue Mangfallbrücke bei Valley“ oder „Dampflokomotive“. Seine Gemälde sind daher auch authentische Momentaufnahmen eines wachen Zeitgenossen, der zwischen Faszination für das Neue und Liebe zur Tradition stand, der die Wirklichkeitstreue jedoch nie der Versuchung einer nostalgischen Verklärung oder blinder Fortschrittsgläubigkeit opferte. Als genuin historische Dokumente sind etwa Arbeiten wie „Der brennende Glaspalast“ von 1931 anzusprechen. Eine eigene Werkgruppe bilden die Straßenbilder und Architektur-Ansichten aus München und dem Münchner Umland. Hier richtet Pietzsch sein Augenmerk auf die Architektur der Peripherie: Nutzgebäude wie Bauernhöfe, Tafernhäuser, Manufakturen und Werkstätten, kurz Alltagsarchitektur, die nicht mit dem offiziellen Stempel der Denkmalwürdigkeit geadelt war, aber umso beredter von einer langsam in die Geschichtlichkeit entschwindenden sozialen Wirklichkeit Auskunft geben.

Stilistisch ist Pietzsch am ehesten als Maler des deutschen Impressionismus anzusprechen, jener Stilrichtung der Jahrhundertwende also, in der Künstler wie Max Liebermann und Lovis Corinth eine ganz eigene Spielart des Impressionismus hervorbrachte und zur internationalen Geltung führten. Anders als etwa Liebermann, der seine Inspiration auch aus der niederländischen Landschaftsmalerei schöpfte, ist bei Pietzsch die Verwurzelung in der durch die Münchner Schulung vermittelten süddeutschen Freiluft-Malerei spürbar. Die warme bräunliche Tonigkeit und die großzügige flächige Komposition gerade der frühen Bilder etwa sprechen da eine deutliche Sprache. Sehr bald befreit sich jedoch Pietzsch von den Jugendstil-Einflüssen und findet zu einer eigenständigen Stilsprache. Die ungewöhnlichen Ausschnitte und Perspektiven auf das Motiv - als seien es Ansichten, die im Vorübergehen von einem Spaziergänger erhascht werden - wie auch die Vitalität und Flüssigkeit der Pinselführung, lassen den Vergleich mit Max Slevogt (1868-1932) und Wilhelm Trübner (1851-1917) zu, wenngleich Pietzsch - im Gegensatz zu der unbekümmerten, wuchtigen Impulsivität seiner älteren Kollegen - zu einer in Pinselstrich und Flächenaufteilung größeren Ausgeglichenheit gelangte. Ähnlich den Impressionisten schenkt auch er den Lichtwirkungen Aufmerksamkeit. Ihm geht es allerdings darum, die steten Veränderungen, die wechselndes Licht und Wolken in die Voralpenlandschaft bringen, festzuhalten und den atmosphärischen Stimmungsgehalt einzufangen, der sich der Landschaft mitteilt. So schmilzt er in die Eigenfarbe eines Gegenstands mehrere Farbabstufungen ein, um das Spiel des Lichts auf Felsen, Waldboden oder Feldern festzuhalten. Da verwundert es nicht, dass er weite Flächen liebt – Schnee, Wasser, Himmel über niedrigem Horizont – auf denen er die unterschiedlichen Schattierungen der Farben beobachten kann. Als Maler der „Naturwahrheit“ sucht er auch immer das Atmosphärische wiederzugeben, das heißt den Charakter der Landschaft in wechselnden Beleuchtungen und Stimmungen. Er wählte daher als Motiv den besonderen Augenblick, wie das stumpfe Stahlblau eines Gewitterhimmels, das verlöschende letzte Licht am bewölkten Abendhorizont, die schwerblütige herbe Schönheit einer Landschaft zwischen Spätwinter und Vorfrühling oder die kühle dunstige Luft eines lichten Herbsttages. Aus der Kombination von einfühlsamer Beobachtung aller Naturphänomene und einer kühnen, durchaus abstrahierenden Handschrift entstehen Landschaftsszenen von besonders individueller Atmosphäre.

In den zwanziger Jahren wird seine Malweise zunehmend bewegt und summarischer, die visuelle Erregung des Malers teilt sich dem Strich mit, die Augenblicksgebundenheit jeder vorbeiziehenden Stimmung wird deutlich. Der Farbauftrag wird sozusagen materieller, staut sich zu Wirbeln, kleinen Farbinseln, die die Kraft des Bildausdrucks steigern. Der Maler experimentiert mit der Gegenüberstellung kompakter Farbflächen etwa von Himmel und Wiesen, spürt der Dynamik eines plötzlichen Lichteinbruchs nach, findet aber auch auf Bildern wie „Auer Dult“ oder „Oktoberfest“ zu einer dem Sujet angemessenen flirrenden Kleinteiligkeit, in der die Details in ein verschwimmendes Mosaik aus Farbtupfern aufgelöst werden. Pietzsch dynamisiert die Bildflächen, indem er die wechselnden Spuren des manchmal wie hingepeitschten Pinselduktus stehen lässt. Die unterschiedliche Beschaffenheit der Oberflächen, etwa von aufgebrochenem Ackerboden, Steinbrüchen, oder angeschwollenen Hochwasserspiegel, gibt er durch virtuos gehandhabten Wechsel zwischen pastosem und dünnflüssigem Farbauftrag wieder. In den Bildern der vierziger Jahre lässt sich zum Teil wieder eine Reduktion der Flächen und Angleichung der Farbwerte feststellen, die den Stimmungsgehalt verdeutlichen. Details werden vereinfacht, um sie in die Komposition einzugliedern; gerne jedoch markiert Pietzsch sprechende Einzelheiten, wie die sich verzweigenden Astfächer eines kahlen Strauches oder die bizarren Krümmungen eines gestürzten Baumes. Im Gegensatz etwa zu den „Grunewald-Malern“ opfert Pietzsch nie die Naturbeobachtung einer ornamental dominierten Bildordnung, sondern spürt dem Wesen der Landschaft immer individuell nach. In den dreißiger und vierziger Jahren wendet Pietzsch sich vermehrt dem Stilleben und Interieurs zu. Diese Bilder sind meist nahsichtige, großzügige Kompositionen in einer leuchtenden Farbskala. Der generöse, spontane Strich und das frische kräftige Kolorit machen diese Bildgruppe trotz ihres relativ geringen Umfangs zu einem wichtigen Bestandteil seines Schaffens.

 
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